Der Verbraucherkredit einfach erklärt

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Ein Verbraucherkredit ist ein Kredit, bei dem dem Kreditnehmer besondere Konditionen zustehen. Er richtet sich im Normalfall an Privatkunden. Doch was ist das Besondere im Vergleich zu einem normalen Kredit und wie steht es um das Widerrufsrecht?

Besonderheiten an Verbraucherkrediten

Die erste Besonderheit ist der Vertrag, der alle wichtigen Konditionen beinhalten muss. Darüber hinaus wird zum Abschluss des Vertrags die Unterschrift des Kreditnehmers benötigt. In diesem sind alle wichtigen Daten wie der Kreditrahmen, der Sollzins, weitere Gebühren, eventuell Versicherungskosten und Rückzahlungsmodalitäten aufgeführt. Außerdem muss auch der effektive Jahreszins ausgewiesen sein. Dabei gibt der Jahreszins die wirklichen Kosten des Kredits an und der Sollzins nur die Zinsen. Diese rechtliche Vorgabe hat den Vorteil, dass man auf den ersten Blick erkennen kann wie viel man tatsächlich zahlt, so muss man sich die tatsächlichen Kosten nicht mühsam ausrechnen.

Wie funktioniert das Widerrufsrecht?

Im Gegensatz zu anderen Kreditarten können Verbraucherkredite bis 14 Tage nach Abschluss kostenfrei widerrufen werden. Dies gilt auch für die Null-Prozent-Finanzierung. Eine dazu abgeschlossene Restschuldversicherung kann bei verbundenen Verträgen ebenfalls kostenfrei widerrufen werden. In dem Fall dass die Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist beginnen die 14 Tage erst ab dem Zeitpunkt, wenn eine korrekte Widerrufsbelehrung aufgesetzt wurde. In manchen Fällen kann auf diese Weise bei vorzeitiger Tilgung des Kredits durch Verweis auf die fehlerhafte Widerrufsbelehrung die anfallende Gebühr, auch Vorfälligkeitsentschädigung genannt, zurückverlangt werden.

Weitere wichtige Fakten zum Verbraucherkredit

Die Vertragslaufzeit ist üblicherweise im Vertrag geregelt. Wenn er aufgrund einer besseren finanziellen Situation vorzeitig getilgt wird, fällt die Vorfälligkeitsentschädigung an. Diese gibt es, da der Bank oder dem Kreditinstitut durch vorzeitige Rückzahlung die Zinsen entgehen, die der Kreditnehmer sonst für den restlichen Zeitraum gezahlt hätte. Sie muss aber nur unter bestimmten Bedingungen gezahlt werden. Deswegen informieren Sie sich über diese Bedingungen bevor Sie vielleicht zu Unrecht zusätzliche Kosten stemmen müssen.

Ein weiterer wichtiger Zeitpunkt ist, wenn die Bank über das Ende der Zinsbindung informiert. Dies geschieht spätestens drei Monate bevor der Kredit abläuft. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, diesen Zeitpunkt zu verpassen und draufzuzahlen. Die restlichen Schulden können dann durch eine Einmalzahlung oder eine Ausgleichsfinanzierung auf Raten beglichen werden.

Zinswucher besteht dann, wenn die Zinsen für den abgeschlossenen Kredit mehr als 100% höher sind als die Marktüblichen Kosten für vergleichbare Produkte. Ebenfalls gilt, dass die Differenz vom Kredit, den man in Anspruch nehmen möchte zu marktüblichen Vergleichsprodukten nicht mehr als 12% betragen darf. Es gilt also aufzupassen um nicht auf solche Wucherangebote hereinzufallen. Die letzte Frage, die sich viele Leute stellen ist, ob eine Restschuldversicherung sinnvoll ist. Darauf ist die Antwort in den meisten Fällen Nein, da diese Versicherungen oft sowieso nicht zahlen, wenn man selbst zahlungsunfähig wird.

Zusammenfassend sind Verbraucherkredite Kredite für normale Privatpersonen. Trotz der gesetzlichen Richtlinien lohnt es sich, die Augen aufzumachen um nicht auf Wucherangebote hereinzufallen!

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