Immobilienkauf in Spanien: Das sollte man vorher beachten

Mit dem Kauf einer Immobilie geht für den Käufer selbstverständlich stets eine immense finanzielle Belastung einher – sowohl, wenn ein Immobilienkauf in Deutschland als auch, wenn der Erwerb einer Immobilie in Spanien angestrebt wird. Allerdings hat die Corona-Pandemie teilweise dazu geführt, dass etwa die Preise für Luxusimmobilien auf Mallorca ein wenig gesunken sind und sich diese somit als etwas erschwinglicher zeigen. 

Dennoch ist bei einem Immobilienkauf selbstverständlich immer zu bedenken, dass eine Finanzierung über viele Jahre abgeschlossen werden muss. Außerdem gehen mit dem Kauf eines Hauses in Spanien generell auch höhere Risiken einher, an einen unseriösen Verkäufer zu geraten. Der Kauf einer ausländischen Immobilie ist somit stets genau zu bedenken und sorgfältig zu planen. 

Welche Kriterien bereits im Vorfeld des Immobilienkaufs in Spanien umfassend beleuchtet werden sollten, um mit Kauf keine weitreichende Fehlentscheidung zu treffen, erklärt der folgende Beitrag. 


Das verfügbare Eigenkapital

 

Das Eigenkapital spielt bei einer Immobilienfinanzierung stets eine nicht zu vernachlässigende Rolle, denn ein gewisser Eigenkapitalanteil wird von den Banken in der Regel immer verlangt. Eine ausländische Immobilie wird somit von einer deutschen Bank kaum finanziert werden, wenn dafür nicht die nötigen Sicherheiten vorhanden sind.

Geht die Hausbank das Risiko jedoch ein, sollte der Kreditnehmer unbedingt sicherstellen, dass er die monatlich fälligen Raten problemlos bewältigen kann. Sollte aufgrund dieser keinerlei Budget mehr für weitere Anschaffungen, beispielsweise die Möblierung der neuen Immobilie, vorhanden sein, ist ein Überdenken der Finanzierung empfehlenswert. 

 

Umfangreicher Vergleich der verfügbaren Immobilien

 

Oft werden die Käufer auf eine Immobilie im Ausland aufmerksam und treffen umgehend die Entscheidung, diese kaufen zu wollen. Jedoch sollte nach dem ersten Blick stets noch eine genauere Begutachtung des Objektes erfolgen – ansonsten kann der Immobilienkauf in Spanien schnell zu einem bösen Erwachen führen. 

Selbstverständlich ist es grundsätzlich möglich, dass direkt im Zuge des ersten Anlaufs eine echte Traumimmobilie gefunden wird, allerdings zeigt es sich als wesentlich ratsamer, die Auswahl noch um zusätzliche Vergleichsobjekte zu erweitern. Besonders hinsichtlich der preislichen Einschätzung der Objekte stellen mehrere Besichtigungen von Vergleichsobjekten eine große Hilfe dar. Die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Immobilie sind dann rational abzuwägen. 

 

Korrekte Einschätzung des Sanierungsbedarfs

 

Objekte, deren Baujahr bereits einige Zeit zurück liegt, weisen häufig einen akuten Sanierungsbedarf auf. Schon vor dem Kauf sollten die dafür anfallenden Kosten präzise kalkuliert werden – jedoch sind Laien dazu in den meisten Fällen gar nicht in der Lage. 

Somit sollte vor dem Kauf einer Immobilie in Spanien unbedingt ein Fachmann hinzugezogen werden, der eine qualifizierte Einschätzung der Kosten für die nötigen Sanierungsarbeiten vornehmen kann. Die Bauweise von Immobilien in Spanien ist schließlich mit der in Deutschland oft nicht zu vergleichen. Ein besonderes Augenmerk ist beispielsweise auf den Zustand der Versorgungsleitungen zu legen. 

Im Übrigen sollten diese Kosten dann idealerweise direkt in die jeweilige Finanzierungssumme inkludiert werden, da sich eine Nachfinanzierung in der Regel als noch kostspieliger erweist. 

Niemals auf eine Besichtigung verzichten

 

Es passiert durchaus häufig, dass Käufer ihre finale Entscheidung zum Erwerb einer Immobilie in Spanien treffen, ohne, dass sie diese persönlich besichtigt haben – empfehlenswert ist dieses Vorgehen jedoch in keinem Fall. 

Mindestens sollte der jeweilige Grundbucheintrag in Augenschein genommen werden, ebenso wie die Daten der ITE, der „Inspección técnica de edificions“. Dadurch wird zumindest sichergestellt, dass die Immobilie nicht illegal errichtet wurde. Altlasten auf dem Objekt lassen sich jedoch aus der Ferne kaum überprüfen, weshalb es stets ratsam ist, persönlich mehrere Besichtigungstermine des Objekts vor Ort wahrzunehmen. 

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