Stand August 2021: Macht der Einstieg in Wasserstoffaktien noch Sinn?

Wasserstoff

Irgendwann folgt die Korrektur – ganz egal, wie groß das Interesse einmal war. Das mussten nun auch Anleger erfahren, die in Wasserstoff-Aktien investiert haben. So gab der „Solactive E-Mobilität Wasserstoff Index“ im Februar um 25 Prozent nach. Berücksichtigt man aber den Umstand, dass der Branchen-Index im vergangenen Jahr um 400 Prozent gestiegen ist, mag es sich um eine sanfte Korrektur handeln – und mitunter um eine Möglichkeit, einzusteigen. Vor allem all jene, die die erste Rally verpasst haben, könnten jetzt die zweite Chance am Schopf packen.

Folgt jetzt die nächste Rally?

In eine Branche zu investieren mag durchaus vielversprechend sein. Vor allem dann, wenn es Prognosen wie Analysen gibt, dass sich die Branche auf der Überholspur befindet. Aber mitunter mag es auch aufschlussreich sein, wenn man nicht nur die gesamte Branche beobachtet, sondern sich auch mit den jeweiligen Branchengrößen befasst. Vor allem auch dann, wenn man plant, langfristig zu investieren.

Das heißt, besonders interessant wird es dann, wenn man sich mit den verschiedenen Aktiengesellschaften befasst. So konnte Plug Power, ein in den USA sitzender Hersteller von Brennstoffzellen, seit Beginn des Jahres 2020 eine Kursperformance von unglaublichen 2000 Prozent hinlegen. Im Februar 2021 folgte dann ein Rücksetzer um 40 Prozent.

Die Branche weist viele Untersegmente auf. So kann man sagen, die Spanne reicht von den Erzeugern von Wasserstoff über die Transporteure bis zu den Brennstoff-Herstellern. Vor allem gibt es im Bereich der Wasserstoff-Erzeuger sowie der Brennstoff-Hersteller viele interessante Aktiengesellschaften, die in naher Zukunft wohl hohe Preissteigerungen erleben könnten. Ein Tipp mag hier etwa Nel ASA sein. Das Unternehmen kann auf eine lange Tradition verweisen und mag einer der Spezialisten sein, wenn es um die Herstellung, Speicherung sowie Verteilung von Wasserstoff geht. Auch Nel ASA geriet im Februar 2021 in eine leichte Abwärtsspirale.

Aber mag es sich hier tatsächlich um eine günstige Gelegenheit handeln, dass man einsteigt? Ja. Denn die Zukunftsträchtigkeit der Branche wird nicht bestritten. Und die Tatsache, dass der Abverkauf der Wasserstoff-Aktien nun einen Boden gefunden hat, also die Gewinnmitnahmen sozusagen vorbei sind und jetzt wieder investiert wird, mag dazu führen, dass all jene, die zuvor den Einstieg verpasst haben, nun eine neue Chance bekommen. Und die sollte man durchaus nutzen. Denn das „Window of Opportunity“ öffnet sich nur selten – und dass eine neue Rally in naher Zukunft bevorsteht, mag nicht bestritten werden.

Die Politik treibt die sogenannte Energiewende voran – Erdöl sowie Kohle, also fossile Energieträger, werden in naher Zukunft wohl abgelöst werden. So will etwa die Europäische Union bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein – dasselbe Ziel verfolgen auch die USA. Und damit das Ziel erreicht wird, muss man vermehrt mit Wasserstoff arbeiten.

Bis zum Jahr 2050 soll das Marktvolumen bei 1 Billion US Dollar liegen. Zu dem Ergebnis kam nicht nur die britische Großbank HSBC, sondern auch die Barclays Bank.

 

Auch Thyssenkrupp will nun in das Geschäft mit dem Wasserstoff einsteigen

Aber gibt es auch deutsche Wasserstoff-Aktien? Ein Geheimtipp mag hier Thyssenkrupp sein. Das Stahl-Urgestein aus Deutschland musste eine jahrelange Talfahrt erleben, konnte aber im Herbst 2020 um rund 200 Prozent zulegen. Der Grund? CEO Martina Merz kündigte an, man werde jetzt in das Wasserstoff-Geschäft einsteigen.

Neben Thyssenkrupp gibt es mit ITM Power, einer Aktiengesellschaft aus Großbritannien, sowie McPhy Energy, ein Unternehmen aus Frankreich, zwei weitere Geheimtipps, die man nicht aus den Augen verlieren sollte. Von ITM Power werden Elektrolyseanlagen hergestellt, die benötigt werden, um grünen Wasserstoff herzustellen. So wurde erst kürzlich in Sheffield die größte Produktionsanlage der Welt fertiggestellt. McPhy Energy stellt nicht nur Wasserstofffabriken her, sondern ist auch im Bereich der Wasserstofftankstellen ein ganz großer Name.

Damit man die Energie, die aus dem Wasserstoff gewonnen wird, in Strom umwandeln kann, sind Brennstoffzellen notwendig. Hier sind die Hersteller Plug Power (USA) oder auch Ballard Power (Kanada) gefragt. Ebenfalls zwei Aktiengesellschaften, in die durchaus investiert werden kann, da hier nach erfolgter Korrektur ein guter Zeitpunkt zu sein scheint.

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Bei Ballard Power handelt es sich um den Pionier sowie auch Weltmarktführer, wenn es um die Herstellung von Brennstoffzellen geht. Die Anleger sind vor allem deshalb von Ballard Power begeistert, weil es dem Unternehmen möglich war, in den letzten Jahren die Herstellungskosten der Brennstoffzellen um 69 Prozent zu senken. Des Weiteren versucht Ballard Power stets neue Kooperationen mit der Industrie einzugehen. Im Bereich der Schifffahrt arbeitet Ballard Power etwa mit ABB zusammen – hier geht es um die Herstellung eines emissionsfreien Brennstoffzellenkraftwerks.

Natürlich gibt es auch ein paar Aktiengesellschaften, die zwar noch nicht die Bekanntheit von Ballard Power oder Plug Power haben, aber empfohlen werden können, wenn es darum geht, langfristig zu investieren. Hier sollte man sich vor allem mit Powercell (Schweden) sowie FuelCell Energy (USA) befassen.

Wer plant, in die Branche zu investieren, der ist gut beraten, wenn ein langfristiger Anlagehorizont verfolgt wird. Auf lange Sicht mag die gesamte Branche nämlich wohl extrem hohe Gewinne verbuchen können.