Prognose 2022: Bauzinsen steigen

Bauzinsen

Für Baufinanzierer scheint sich die Zeit, in der sie sich überaus günstig Geld leihen konnten, langsam, aber sicher, zu Ende zu gehen. In den vergangenen Jahren war das Baugeld für die Finanzierung des Eigenheimes nahezu zum Nulltarif erhältlich. Mittlerweile lässt sich jedoch eine Veränderung dieses Trends feststellen, denn die Hypothekenraten fallen aktuell wieder höher aus. Seit Mitte des Jahres 2021 steigen die Bauzinsen an.  

Welche Prognosen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Bauzinsen aktuell getätigt werden und was das für zukünftige Eigenheimbesitzer bedeutet, zeigt der folgende Beitrag. Auch hier findest du wertvolle infos zur Baufinanzierung.

Steigende Hypothekenzinsen sorgen für finanzielle Belastung

Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Bauzinsen deuten an, dass die Zinsbelastung für Käufer von Immobilien zukünftig wieder einen nicht zu unterschätzender Kostenfaktor darstellen könnte. Davon sind dann nicht nur Neufinanzierungen betroffen, sondern ebenfalls bereits bestehende Verträge, deren Zinsbindung bald ausläuft.

Steigen die Hypothekenzinsen dabei beispielsweise von 0,7 Prozent auf 1,4 Prozent, würde dies bereits eine Zunahme von 20 Prozent bei den Zinskosten bedeuten. Für die Tilgung des Baukredites müssten dann jährlich 2.100 Euro zusätzlich erbracht werden.

Der Grund für die höheren Zinsen

Doch warum lässt sich überhaupt ein Anstieg im Bereich der Bauzinsen beobachten? Grund dafür ist, dass die Niedrigzinsphase, die über viele Jahre angehalten und die internationalen Kapitalmärkte geprägt hat, ausläuft. Der allmähliche Anstieg des Zinsniveaus ist auf den Preisauftrieb in den USA, jedoch ebenfalls in Europa, zurückführen.

Die amerikanischen Notenbanken haben bereits die ersten Zinsschritte in Aussicht gestellt, daneben wird das Zinsniveau wohl auch von der EZB langfristig wieder angehoben, um die Risiken der Inflation, welche aktuell die Eurozone betrifft, zu reduzieren. Aktuell kann bereits ein Zinsanstieg bei Staatspapieren, beispielsweise Bundesanleihen, oder Pfandbriefen beobachtet werden.

Pfandbriefe dienen dabei der Refinanzierung von Immobilienkrediten durch die Finanzinstitute. Sobald auch die Kosten für die Kredite für die Banken steigen, geben sie diese an die Verbraucher weiter – und zwar in Form einer höheren Zinsbelastung. Damit sind von dieser Entwicklung auch die Baufinanzierer betroffen.

 

Höhere Preise und höhere Zinsen

Da die Preise für Wohneigentum kontinuierlich steigen, stehen für Immobilienkäufer von zwei Seiten höhere Belastungen im Raum. Nicht nur die Kredite werden teurer, sondern ebenfalls Häuser und Eigentumswohnungen selbst. Der Besitz einer eigenen Immobilie wird so kontinuierlich schwieriger zu realisieren.

Im Bereich der Wohnimmobilien in Deutschland konnte im ersten Quartal des Jahres 2021 im Vergleich zum Vorjahr ein Preisanstieg von nahezu zehn Prozent beobachten werden. Die Teuerungsrate fällt dabei in den beliebten Ballungsgebieten noch höher aus.

Diejenigen, die für sich die Anschaffung eines Eigenheims in der kommenden Zeit planen und diese mithilfe eines Kredits finanzieren möchten, müssen so zwangsläufig höhere finanzielle Belastungen in Kauf nehmen, falls der aktuelle Trend bei den Zinsen anhalten sollte. Das gleiche gilt dabei im Übrigen auch für diejenigen, die aktuell noch einen Hypothekenkredit bedienen, dessen Zinsbindung bald ausläuft.

Allerdings besteht aktuell noch immer die Möglichkeit, ein sogenanntes „Forward“-Darlehen zu nutzen, mit dem die momentan noch überaus günstigen Zinsen gesichert werden können. Gegen einen gewissen Aufschlag wird das aktuelle Zinsniveau dabei für einen definierten Zeitraum, beispielsweise für die kommenden vier Jahre, festgeschrieben. Allerdings gestaltet sich der Zinsaufschlag umso höher, desto länger der Zeitraum ausfällt.