Immobilien Vs. Aktien – wo ist mein Geld besser angelegt?

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Während sich Betongold aufgrund niedriger Hypothekenzinsen einer enormen Popularität im Volk erfreut, locken Aktien aufgrund der höheren Volatilität und potentiell damit einhergehend höheren Renditen Investoren an die Börse. Die Frage nach der besten Anlageform ist seit Jahren Teil einer kontroversen Diskussion in der Finanzwelt. Letztlich entscheiden persönliche Wünsche und andere Faktoren wie die Höhe des Privatvermögens, welche Investition für den Anleger besser geeignet ist.

Immobilien oder Aktien – Eine ewige Kontroverse

Nicht erst seit Einzug der Nullzinspolitik deutet die Anlageempfehlung von Wirtschaftsexperten auf Sachwerte mit festem, inneren Wert. Während die Entwertung von Papiergeld durch eine bestehende Inflation sukzessive einsetzt und es auch bei niedrigen Inflationsraten trotz Zinsen seine Kaufkraft einbüßt, behalten Sachwerte ihren Geldwert. Steigt die Inflation, so steigt auch der Geldpreis für besagte Sachwerte. Grundstücke und Mauerwerke bleiben auch in Finanzkrisen ein wertvolles Gut. Aktien als Wertanteile an Unternehmen unterliegen ebenfalls einer Inflation, die von den Aktienkursen automatisch berücksichtigt wird. Zurzeit geht es sowohl am Aktien- als auch am Immobilienmarkt steil bergauf. Aber welche Geldanlage ist nun lukrativer?

Forscher an der Universität Bonn verglichen historische Kursdaten aus 16 Ländern und erörterten die Durchschnittsrendite beider Investitionsformen. Das Ergebnis überrascht selbst Wirtschaftsexperten: Immobilien triumphieren über Aktien und erbringen eine höhere Durchschnittsrendite. Während Immobilien im Schnitt eine Wertsteigerung von 7,8 Prozent erzielen, beläuft sich die Rendite von Aktien auf lediglich 6,9 Prozent jährlich. Anleihen von knapp 2 Prozent und Bankeinlagen mit schlappen 0,3 Prozent liegen weit abgehängt in den letzten Reihen.

Der Wirtschaftsprofessor Moritz Schularick erachtet diesen Renditeunterschied zwischen Immobilien und Aktien als nicht gravierend. Je nach Land und Zeitraum gibt es deutliche Unterschiede. Während Aktien hierzulande im Zeitraum von 1980 bis 2015 zehn Prozent Rendite erbrachten, stiegen Immobilienwerte im Schnitt nur um 4,1 Prozent. Über den gesamten Zeitraum gesehen liegen Immobilienpreise jedoch um einen Prozentpunkt vorn. Eine pauschale Aussage lässt sich daher nicht treffen.

Im Überblick – Vorteile und Nachteile von Immobilien

Trotz guter historischer Werte hängt die Rentabilität und Stabilität von Immobilien als Wertanlage von lokalen und zeitlichen Gegebenheiten ab. Dennoch punkten Immobilien mit einem klaren Vorteil: Eine geringere Volatilität dank konstanter und von Krisen sowie Konjunktur unabhängigen Mieteinkünften. Auch im Falle einer Rezession ist im Zuge von begrenztem Wohnraum nicht mit fallenden Mieten zu rechnen. Die mögliche Ertragserzielung mit einer Immobilie etwa durch eine Vermietung lässt sich durch eine professionelle Immobilienbewertung ermitteln.

Doch auch das geschätzte Betongold hat seine Tücken. Aufgrund der hohen Investitionssummen ist eine Kreditfinanzierung in der Regel unumgänglich, was die Eigenkapitalrendite schmälert und Risiken birgt. Hohe Verluste drohen in Zeiten finanzieller Engpässe im Zuge nicht gedeckter Kredite. Auch lassen massive Investitionskosten keine Risikostreuung zu, man spricht vom sogenannten Klumpenrisiko. Neben laufenden Kosten für Wartung und Pflege, Sanierungen, Versicherungsbeiträge und Nebenkosten lassen hohe Transaktionskosten wie Maklerprovisionen, Grunderwerbssteuern und Notarkosten keinen Spielraum für kurzfristige Investitionen. Nicht zuletzt verursachen Immobilien einen größeren Aufwand zur Bearbeitung von Nebenkostenabrechnungen oder Instandhaltung.

Nichtsdestotrotz sind Immobilien geschätzte Wertanlagen. Zum einen aufgrund des besseren Wohnwerts bei Eigennutzung, zum anderen bieten Immobilien hohe Freibeträge und sind günstig vererbbar.

Im Überblick – Vorteile und Nachteile von Aktien

Klare Nachteile wie stärker schwankende Kurse kennzeichnen den Aktienhandel. Im schlimmsten Falle bedeutet das Aus für ein Unternehmen den Totalverlust des gesetzten Vermögens – ein höheres Anlagerisiko ist gegeben. Dennoch entfalten sich die Vorteile des Aktienhandels durch niedrigere Investitionssummen. Sogenannte Pennystocks ermöglichen die Spekulation mit kleinem Geld. Wichtig dabei ist auch eine optimale Aktienstrategie für Ihr Depot.

Transaktionskosten für Aktienorders sind gering. Zudem ist eine Risikostreuung auf verschiedene Märkte, Branchen, Währungen, Unternehmen und Länder möglich. Durch geschickte Streuung lassen sich Verlustrisiken ausgleichen. Im Vergleich zu Immobilien besitzen Aktien eine gewisse Liquidität und sind in finanziellen Notsituationen schnell über Depotbanken handelbar. Nicht zuletzt verursacht die Verwaltung eines Aktienfonds weniger Arbeitsaufwand, da die Eigentumsanteile trotz Wertverlust gleichbleiben.

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