Berufsstarter und Finanzen – was sollten Job-Anfänger wissen?

Finanzen

Mit dem Berufsleben beginnt der sogenannte Ernst des Lebens. Während man auf den Job beispielsweise durch ein vorheriges Studium oder eine Ausbildung oftmals gut vorbereitet wird, stellen Experten immer wieder bei jüngeren Erwachsenen erhebliche Lücken fest, was das Wissen zum Thema Finanzen angeht. Dabei ist es für Jobstarter besonders wichtig, sich zumindest grundlegend in finanziellen Angelegenheiten auszukennen. Es gibt mehrere Bereiche aus der Rubrik Finanzen, mit denen sich Berufsstarter beschäftigen sollten. Die wichtigsten Themen möchten wir in diesem Beitrag ansprechen und dabei eine Hilfe für Berufsanfänger sein, an welche Punkte sie denken sollten.

Welche Themen sind für Jobstarter besonders wichtig?

Im Finanzbereich gibt es einige Themen, die für Berufseinsteiger von größerer Bedeutung sind. Das Thema Zahlungsverkehr beherrschen die meisten Berufsstarter bereits, weil man sich in der Regel schon mit dem Studium oder einer Ausbildung mit diesem Thema auseinandersetzen musste. Darüber hinaus gibt es allerdings einige weitere Themen, mit denen viele Bundesbürger in dem Maße zuvor noch nicht konfrontiert wurden. Dazu gehören in erster Linie:

  • Private Altersvorsorge
  • Absicherung
  • Einnahmen und Ausgaben
  • Steuern
  • Finanzierungen

Mit diesen Themen möchten uns im Folgenden näher beschäftigen.

Private Altersvorsorge: So früh wie möglich mit dem Aufbau beginnen

Viele Berufsanfänger sind der Auffassung, dass das Thema private Altersvorsorge noch etwas früh ist, um sich damit zu beschäftigen. Dies trifft allerdings nicht zu, denn gerade beim Aufbau einer privaten Vorsorge ist es wichtig, möglichst frühzeitig mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Umso eher Sie nämlich regelmäßig in einen Sparvertrag Geld einzahlen, desto mehr zusätzliche Rente haben Sie später zur Verfügung. Zudem muss der monatliche Sparbeitrag umso geringer ausfallen, desto eher Sie mit dem Sparen beginnen. Zum Thema private Altersvorsorge ist es wichtig zu wissen, dass es mehrere Sparformen gibt, die dafür geeignet sind. Dazu gehören in erster Linie:

  • Banksparplan
  • Private Rentenversicherung
  • Fondssparplan
  • Aktiensparplan

Unter Umständen kommt auch der Bausparvertrag infrage, falls Sie in einigen Jahren Wohneigentum erwerben möchten. Die Kapitallebensversicherung kann zwar auch zum Vermögensaufbau genutzt werden, ist allerdings aufgrund der in den letzten Jahren deutlich gesunkenen Renditen nicht mehr wirklich empfehlenswert. Beim Thema Vermögensaufbau sollten Berufsstarter zudem an mögliche Förderungen denken, auf die wir im Verkauf unseres Beitrages noch eingehen werden.

Absicherung: Einige neue Versicherungen kommen auf Jobstarter zu

Ein zweiter großer Themenbereich aus der Kategorie Finanzen ist für Jobstarter die Absicherung. Gemeint sind damit in erster Linie wichtige Versicherungen, die der Berufsbeginner zum Teil neu abschließen muss. Kranken- und rentenversichert sind die meisten Berufsstarter automatisch, zumindest dann, wenn sie einer abhängigen Beschäftigung nachgehen. Allerdings gibt es darüber hinaus einige wichtige private Versicherungen, die für die meisten Jobbeginner empfehlenswert sind. Dazu gehören nahezu uneingeschränkt:

  • Privathaftpflichtversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Zahnzusatzversicherung
  • Hausratversicherung (falls eigener Hausstand vorhanden)

Darüber hinaus existieren noch weitere empfehlenswerte Versicherungen, die allerdings von verschiedenen Bedingungen und Lebenssituationen abhängig sind. Besitzen Sie zum Beispiel ein Auto, müssen Sie ohnehin eine private Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Zudem ist es meistens sinnvoll, dass Sie sich mindestens zusätzlich für eine Teilkasko-, wenn nicht für eine Vollkaskoversicherung entscheiden. Falls Sie bereits in jungen Jahren über eigenes Wohneigentum verfügen, sollten Sie unbedingt sowohl eine Grundbesitzerhaftpflicht als auch eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Ebenfalls zu den durchaus sinnvollen Versicherungen für Job-Anfänger zählen die Rechtsschutzversicherung, zumindest Verkehrs-, Arbeits- und Mietrechtsschutz, sowie eine private Unfallversicherung.

Einnahmen und Ausgaben möglichst sofort im Griff haben

Für viele Berufsanfänger ist es verlockend: die ersten Gehälter werden auf dem Konto gebucht, die meistens deutlich mehr Geld beinhalten, als Sie zuvor in Form einer Ausbildungsvergütung bekommen haben oder während Ihres Studiums verdienen konnten. Trotzdem sollten Sie nicht sofort alles mit vollen Händen ausgeben, sondern Ihre Einnahmen und vor allem die Ausgaben möglichst frühzeitig im Griff haben. Ein sehr geeignetes Mittel, mit dem Sie sich einen guten Überblick verschaffen können, ist die sogenannte Einnahmen- und Ausgabenrechnung.

Hier stellen Sie einfach Ihre Einnahmen, also Ihren Lohn, den regelmäßigen Ausgaben gegenüber. Da bei Berufsanfängern oft viele neue Ausgaben anfallen, ist es ratsam, diese für die ersten drei bis sechs Monate im Rahmen eines Haushaltsbuches festzuhalten. Für gewöhnlich sind es die folgenden Ausgaben, die bei einer Vielzahl von Berufsanfängern anfallen:

  • Miete
  • Auto-und Benzinkosten
  • Nebenkosten
  • Kosten für Telekommunikation
  • Versicherungsprämien
  • Freizeitausgaben
  • Rücklagen
  • Eventuelle Kreditraten
  • Einmalige Konsumausgaben

Ihr Einkommen sollte mindestens so hoch wie Ihre regelmäßige Ausgaben sein, denn ansonsten besteht sofort Handlungsbedarf. In dem Fall müssen Sie unbedingt nicht dringend notwendige Ausgaben reduzieren, um nicht Schritt für Schritt in die Überschuldung zu geraten.

Steuern: Ebenfalls ein neues und nicht unwichtiges Thema für Berufsanfänger

Das Thema Steuern fällt ebenfalls in die Kategorie Finanzen und ist für Berufsanfänger nicht unwichtig. Dabei geht es vor allen Dingen um die Einkommensteuer, die Sie auf Ihren Lohn zahlen müssen. Sind Sie abhängig beschäftigt, dann führt der Arbeitgeber die Lohnsteuer automatisch Monat für Monat an das Finanzamt ab. In diesem Fall müssen Sie unter Umständen nur noch eine Einkommensteuererklärung abgeben, insbesondere dann, wenn Sie neben Ihren Einkünften aus nicht selbstständiger Tätigkeit noch weitere Einkünfte haben. Nahezu immer erforderlich ist die Einkommensteuererklärung für Selbstständige und Freiberufler.

Neben der Einkommensteuer gibt es einige weitere Steuerarten, die Sie oftmals automatisch zahlen, ohne es bewusst zu bemerken. Dazu gehört unter anderem die Mehrwertsteuer, die Sie zum Beispiel beim Einkauf von Lebensmitteln oder sonstigen Konsumgütern zahlen. Darüber hinaus kann es jeder Situation noch weitere Steuern geben, insbesondere:

  • Kfz-Steuer
  • Hundesteuer
  • Benzinsteuer
  • Kapitalertragsteuer (Abgeltungssteuer)

Förderungen als Geldgeschenke vom Staat nicht vergessen

Gerade Berufsanfänger haben häufig aufgrund des noch nicht so hohen Einkommens ein Recht auf verschiedene Förderungen. Zu nennen ist hier in erster Linie die Riester-Rente, die von den weitaus meisten Jobstartern als Förderung in Anspruch genommen werden kann. Einkommensgrenzen gibt es nicht zu beachten. Stattdessen müssen Sie lediglich in die Rentenkasse einzahlen, was als abhängig Beschäftigter automatisch passiert. Dann schließen Sie einfach einen Riester-Vertrag ab und erhalten die staatlichen Zulagen, die zum einen aus der Grundzulage und zum anderen aus der Kinderzulage bestehen, falls Sie bereits Nachwuchs haben. Die Riester-Rente als Förderung lohnt sich definitiv, denn alleine mit der Grundzulage können Sie bis zu 175 Euro im Jahr kassieren. Richtig lohnenswert wird die Riester-Förderung bei Kindern, denn Sie erhalten pro Jahr und Kind heutzutage in der Regel mindestens 185 Euro (Kind vor 2008 geboren) bzw. 300 Euro pro Jahr.

Eine ebenfalls interessante Förderung kann das Baukindergeld in Höhe von 1.200 Euro pro Jahr und Kind sein. Dieses erhalten Sie, wenn Sie privates Wohneigentum erwerben und bereits Nachwuchs haben. Zu den weiteren möglichen Förderungen zählen die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie, die Sie beim Sparen finanziell unterstützen. Hier gilt es allerdings zu beachten, dass bestimmte Einkommensgrenzen eingehalten werden müssen.

Finanzierungen: nicht zu leichtfertig Kredite aufnehmen

Für Jobstarter ist es nicht selten verführerisch, größere Konsumwünsche über einen Kredit zu finanzieren. Aufgrund des „neuen“ Gehaltes vergeben die meisten Banken oder auch Händler relativ problemlos Darlehen. Zwar sind die Zinsen momentan relativ günstig, aber dennoch sollten Sie unbedingt auf achten, dass Sie die Darlehensraten tragen können. Dabei ist wieder die Einnahmen- und Ausgabenrechnung hilfreich. Nur dann, wenn dort ein Einnahmeüberschuss rauskommt, können Sie überhaupt an die Aufnahme eines Darlehens denken. Die Kreditrate sollte natürlich das frei verfügbare Einkommen keinesfalls übertreffen. Vor der Kreditaufnahme ist es sinnvoll, die Angebote am Markt miteinander vergleichen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es für Berufsstarter oft einige neue Themen gibt, mit denen sie sich im Finanzbereich beschäftigen müssen. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, sich mit den Themen private Altersvorsorge, Absicherung, Steuern, Einnahmen und Ausgaben sowie Förderungen auseinander zusetzen. Bereits grundlegendes Wissen kann dabei helfen, kein Geld zu verschenken und unnötig Kosten einzusparen.